Die europäische Wirtschaftsgemeinschaft 1940–1945
496 Seiten
gebunden
Kurztext:
Die Diskussion um die Geschichte des Auswärtigen Amtes zwischen 1933 und 1945 findet in der deutschen Öffentlichkeit derzeit breite Aufmerksamkeit. Eine von Bundesaußenminister a. D. Joschka Fischer eingesetzte Historikerkommission qualifizierte das Auswärtige Amt in einer viel beachteten Studie als ›verbrecherische Organisation‹ ab. Wie auch immer man die Arbeit dieser Historikerkommission im Einzelnen bewerten mag, sie enthält bestenfalls die halbe Wahrheit.
Was das Amt damals tatsächlich leistete, wird bewusst verschwiegen. Eine der vordringlichsten Aufgaben der deutschen Politik nach den militärischen Erfolgen der Jahre 1939 und 1940 bestand nämlich darin, zusammen mit den verbündeten Staaten in Europa Konzepte für eine ›europäische Großraumwirtschaft‹ zu entwickeln. Angesichts der damaligen Zeitumstände stand dabei natürlich die militärische Rüstung im Vordergrund.
Gleichzeitig wurden jedoch auch Pläne für eine ›Europäische Wirtschaftsgemeinschaft‹ und einen ›Europäischen Staatenbund‹ zu Papier gebracht, die unmittelbar nach Kriegsende zunächst vergessen, aber bald nach Ausbruch des Ost-Westkonfliktes wieder aus den Schubladen geholt wurden.
Die Idee einer europäischen Integration, die mit den Römischen Verträgen und der EWG von 1957 Wirklichkeit wurde, baute tatsächlich zu großen Teilen auf Plänen und Überlegungen auf, die das Auswärtige Amt unter Joachim v. Ribbentrop ausgearbeitet hatte.
So sind nicht nur Paul-Henri Spaak, Alcide de Gasperi und Konrad Adenauer als die Väter der Europäischen Einigung anzusehen, sondern bei einer ehrlichen Geschichtsbetrachtung müßten auch Benito Mussolini und Adolf Hitler in die Ahnengalerie des Europa-Parlaments von Straßburg aufgenommen werden. Eine Aufsehen erregende Studie, die Debatten auslösen wird.
Über den Autor:
keine Angaben
Diesen Artikel haben wir am Freitag, 01. April 2011 in unseren Katalog aufgenommen.